Veranstaltungsrückblick: „Gläserne Werkstatt“ – öffentliche Diskussion der ersten Ideen zum neuen Stadtquartier am 5. November 2016

„Eine Meinung, die man nicht sagt, hat keine Chance, umgesetzt  zu werden“, so eröffnete Arne Dornquast, Bezirksamtsleiter in Hamburg-Bergedorf, die „Gläserne Werkstatt“ auf dem Areal der ehemaligen Stuhlrohrhallen und forderte die Besucherinnen und Besucher auf, ihre Ideen in den laufenden Planungsprozess für das neu entstehende Stadtquartier einzubringen. Am vergangenen Samstag folgten mehr als 150 Bürgerinnen und Bürger der gemeinsamen Einladung der BUWOG Group und des Bezirksamts Hamburg-Bergedorf. Im Rahmen einer „Gläsernen Werkstatt“ präsentierten acht Arbeitsgemeinschaften aus Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten ihre ersten Ideen für das Areal. Das neue Stadtquartier soll eine Mischung aus Miet-, Sozial- und Eigentumswohnungen mit entsprechender Infrastruktur sein.

„Wir freuen uns, dass so viele Bürgerinnen und Bürger unser Angebot wahrgenommen haben und uns ihr ganz spezielles, lokales Wissen mitgeben. Wir planen hier ein Stadtquartier, das langfristig attraktiv sein soll. Da ist es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger des Bezirks von Anfang an miteinzubeziehen“, so Ingrid Fitzek, Marketingleiterin bei der BUWOG Group.

Die „Gläserne Werkstatt“ ist Teil einer mehrstufigen Dialogwerkstatt, die von der Agentur urbanista belgeitet wird. Sie bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, einen unmittelbaren Einblick in den laufenden Planungsprozess zu erhalten. Die Planungsteams aus Hamburg, Wien, Frankfurt, Freising, München, Paris und Delft ließen sich bei ihrer Arbeit sozusagen über die Schulter blicken und stellten in ganz unterschiedlichen Herangehensweisen den aktuellen Stand ihrer Arbeit mit ersten Modellen, Bildern oder Visualisierungen vor. Die Gäste waren eingeladen, mit Schaumstoffwürfeln, Karten und Klebepunkten ihre Ideen direkt sichtbar zu machen oder auf Notizzetteln Fragen oder Wünsche zu notieren und ihr Wissen einzubringen. Besonders die Themen Bebauungsdichte und Funktionalität schienen viele Bürgerinnen und Bürger zu bewegen.

Der Weg zum neuen Stadtquartier
Anfang Oktober hat die BUWOG  gemeinsam mit dem Bezirksamt Hamburg-Bergedorf und der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen acht Expertenteams aufgefordert, an dem städtebaulich-freiraumplanerischen Gutachterverfahren für dieses Projekt teilzunehmen. Im Zentrum der Anforderungen steht ein innovatives und außergewöhnliches Konzept, das eine attraktive und urbane Dichte aufweisen soll. Auf Basis der Vorgaben hat das Stadtplanungsbüro Claussen-Seggelke die Auslobungsunterlagen erstellt. „Im Gegensatz zu der aktuellen Situation sollen hier überwiegend Wohnungen mit ergänzender Gewerbenutzung entstehen. Die Gebäude sollen unterschiedlich hoch sein, Farben und Fassaden sich gut in das Umfeld einfügen“, so Torsten Wild, Partner und Stadtplaner von Claussen-Seggelke. Wünschenswert ist zudem, dass sich das Quartier gut in die Bergedorfer Innenstadt integriert und diese identitätsstiftend erweitert. Bis Mitte Dezember können die Planer-Teams nun die Anregungen des heutigen Tages einarbeiten und ihre Entwürfe finalisieren. Im Januar 2017 wählt eine Fachjury den Gewinnerentwurf. Ab 2018/2019 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Die teilnehmenden Büros
André Poitiers Architekt Stadtplaner, Hamburg und arbos Freiraumplanung, Hamburg; BEHF Architects, Wien (AUT) und Lindle+Bukor atelier für landschaft, Wien (AUT); Mecanoo architecten, Delft (NL); querkraft architekten, Wien (AUT) und KIERAN FRASER LANDSCAPE DESIGN, Wien (AUT); raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung, Frankfurt a.M. und GHP Landschaftsarchitekten, Hamburg; Renner Hainke Wirth Architekten, Hamburg und G2 Landschaft, Hamburg; STUDIOVLAY, Wien (AUT) und Agence Ter, Paris (FR); 03 Architekten, München zusammen mit grabner huber lipp Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, Freising.

 

Die Zeitung zur Gläsernen Werkstatt als PDF-Download

UPDATE vom 10.11.2017

Wie im Rahmen der Öffentlichen Plandiskussion am 10. Oktober 2017 angekündigt, finden Sie am Ende dieses Beitrags die Empfehlungen der Bürgerinnen und Bürger Bergedorfs für die Jurysitzung am 11. Januar 2017. Im Fokus der Gläsernen Werkstatt stand der direkte Austausch zwischen den Gästen und den Planerteams, die an ihren individuell eingerichteten Stationen den Stand ihrer Entwürfe nach rund vier Wochen Wettbewerbslaufzeit zur Diskussion stellten. Dabei war der Grad der Ausarbeitung sehr unterschiedlich – von Stimmungsbildern und beispielhaften Vorzeigeprojekten über Skizzen von Ansätzen bis hin zu Modellen und ersten Visualisierungen. Die rund 150 Teilnehmenden nahmen dieses Angebot gerne wahr und gaben den Teams in Gesprächen ihr für den Prozess wertvolles lokales Wissen, ihre Wünsche und Anregungen mit auf den Weg für die weitere Bearbeitung. Dazu passend finden Sie hier das komplette  Interview mit raumwerk, Verfasser des Siegentwurfs:

PDF ZUM DOWNLOAD „Interview“

Über diesen direkten Dialog mit den beteiligten Büros hinaus hatten die Gäste der Gläsernen Werkstatt die Möglichkeit, mittels einer fragebogenbasierten Umfrage Empfehlungen an die Jury zu formulieren. Dies nutzten 14 Personen, auf deren Rückmeldung die Zusammenfassung basiert, die Sie hier abrufen können:

PDF ZUM DOWNLOAD „Anmerkungen der Jury-Bewertung